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Ich las: Peter Wawerzinek: Das Kind das ich war

Im Klappentext heißt es:
"In dieser autobiographischen Erzählung setzt sich Peter Wawerzinek mit den Landschaften, Orten und Personen seiner Kindheit auseinander, einer Kindheit, die einmal durch Heimaufenthalte und Adoption, zum anderen aber auch durch die hartnäckig-dörfliche Atmosphäre Mecklenburgs und seiner wortkargen Bewohner geprägt war. Eine Kindheit in den fünfziger und sechziger Jahren auf dem Lande, merkwürdig wenig beeinflusst von den politischen Umständen, so als ob der Eigensinn der Mecklenburger, ihre berühmte schlitzohrige Verstocktheit alle Ansinnen von Partei und Politik abprallen ließ.
Peter Wawerzinek erinnert in seiner assoziationsreichen, überraschenden Sprache, in einem pointiert komponierten Bündel von Beobachtungen, Skizzen ujnd Porträts an eine Landschaft und an eine Zeit, die dörflich verschlafen erscheint, aber viele Abenteuer und menschliche Sonderbarkeiten bereithielt für einen, der genau beobachten kann."

Ich bin ein ziemlicher Schnellleser, doch bei diesem Buch merkte ich sehr rasch, daß mir das Beste dabei entging. Langsam und bedächtig lesen gelingt beim Vorlesen sehr gut. "Das Kind das ich war" ist ein schönes Vorlesebuch.

Hier nur eine kleine Probe:
"Kinder des Staates, wie wir es waren, ernährten sich von Worten wie Massen, Kund und Gebung und wußten, was eine Schlüsselübergabe, eine Wanderfahne, Komplex, Bau, Ställe waren. Es lockten Ehren und Medaillen, und wer zur Woche der Waffenbrüderschaft delegiert wurde, bekam einen Eintrag ins Klassenbuch. Jedes Kind konnte sagen, was ein Mach-mit-Wettbewerb ist, was man beim Manöver "Schneeflocke" zu tun hatte, was die Armee bezwecke, was Intensivierung meint und Neuererwesern heißt. Was dagegen ein Wasserwerfer sei, war uns unbekannt. Wir hatten mit lachenden Genossen zun tun, die frohe Zukunft auf all unseren Wegen voraussagten. Unsere Lehrer reichten die Erfahrungen der Besten mit dem allseitigen Blick für das Wesentliche an uns weiter. Wir gaben uns dankbar, von Optimismus getrieben."

Auf der 4. Umschlagseite wird Peter Walther von der taz zitiert:
"Jeder Schriftsteller hat einen Vorrat an schönen Sätzen. Bei Wawerzinek scheint dieser Vorrat unerschöpflich zu sein."

Das trifft zu, ich kann es bestätigen.
7.12.11 00:22
 
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