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Ich las: Bastian Timm: Die Macht der Stars

Celebrities in der Weltpolitik

In der Einführung fragt der Autor: "Welche Rolle(n) spielen Celebrities im Weltgeschehen, wie versuchen sie Einfluss auf die Politik zu nehmen und welche Machtressourcen besitzen sie?"
Er schreibt weiter: "Die Hauptthese des Buches ist nun, dass in der nationalen und internationalen Politik oder allgemeiner im Weltgeschehen ein Celebrity-Faktor entstanden ist. Dieser Faktor beschreibt eine Situation, in der Celebrities in der Lage sind, Einfluss in der politischen Arena zu nehmen. Um ihre Ziele zu erreichen, lenken sie mit Hilfe der Massenmedien das Augenmerk der Öffentlichkeit und der handelnden politischen Elite, neben den nationalen Regierungen auch internationale Organisationen (z.B. UN) und üben auf diese Weise politischen Druck aus."
Auf Seite 25 definiert Timm Celebrities so: "Vorbild, Leitbild, Archetypus, Ersatzautorität, Elite, Idol, symbolischer Führer, Rolle, Prominenter, Persönlichkeit u.a." (Strobel und Faulstich 1998:11)
In Kapitel 4.1. Stellt er acht verschiedene Kategorien von Celebrities im Weltgeschehen vor:
1. Inoffizielle Celebrity-Botschafter
Sie sind eine kleine Gruppe, beispielhaft nennt der Autor Herrn Bono, den Frontmann der irischen Rockband U2 und dessen Wirken beschreibt er ausführlich. Darüberhinaus nennt er noch Angelina Jolie und George Clooney.
2. Offizieller Celebrity-Botschafter
Das sind sind berühmte Persönlichkeiten, die für ein Land, eine intergouvermentale Organisation wie die UN oder eine internationale Stiftung als offizielle Botschafter im Einsatz sind.
3. Celebrity-Entrepreneure
Timm beschreibt sie so:" Celebrities, die gewöhnlich politische, soziale und keine rein wohltätigen Anliegen und Ziele verfolgen." Als Beispiel nennt er Karlheinz Böhm und beschreibt dessen Werk.
4. Celebrity-Advokaten
Sie bilden eine größere Gruppe, die sich vornehmlich als soziale und politische Anwälte für ein oder mehrere Themen einsetzen. Dazu gehört Herbert Grönemeyer.
5. Wirtschafts-Celebrities
Darunter zählt Timm "sehr reiche Personen, die als Ergebnis ihres herausragenden geschäftlichen und wirtschaftlichen Erfolgs globale Bekanntheit... erreicht haben."
Als Beispiele dienen Bill und Milinda Gates sowie George Soros und Warren Buffett.
6. Celebrity-Supporter
Sie unterstützen auf verschiedene Art und Weise Anliegen unterschiedlichster Art. Beisielhaft führt er an: Cameron Diaz, Antonio Banderas, Justin Timberlake, Jamie Foxxund P. Diddy, Oprah Winfrey´etc.
7. Celebrity-Philanthropen
Sie "verspüren aber eine soziale Verantwortung,, ihre Berühmheit und ihr Vermögen für wohltätige Zwecke überwiegend auf dem nationalen Level, meist ihrer Heimat, einzusetzen." Beispielhaft nennt Timm hier die Franz Beckenbauer-Stiftung und die Boris Becker-Stiftung.
8. Celebrity-Politiker
Dazu gehören "berühmte Persönlichkeiten, wenn sie offiziell für politische Ämter kandidieren und politische Mandate übernehmen."
Dazu zählen Ronald Reagan und Arnold Schwarenegger.

Im folgenden Kapitel 4.2. stellt der Autor auf 19 Seiten vor:
"Celebrities und das Wirtschaftsforum in Davos - Glamour trifft Geld.
Im 5. Kapitel untersucht der Autor den "Celebrity-Faktor im Fall des Darfur-Konflikts" quasi als Fallstudie.

Nach der Buchlektüre fühlte ich mich vom Buchtitel enttäuscht.
Der Autor handelt sein Thema an den Celebrities aus der Film-und Pop-, Rock- etc. Musikszene ab.
Von anderen Berühmheiten und Persönlicheiten zum Beispiel der klassischen Musik (Barenboim, Mutter, Karajan) ist nicht die Rede.

Auch nicht von solchen aus der deutschen Wirtschaft (Robort Bosch, Reinhard Mohn, Dietmar Hopp, Wendilin Wedeking, Hasso Plattner, Klaus Tschira, Familie Schwarz-Schütte, Michael Otto, Heinz-Horst Deichmann, Klaus-Michael Kühne, Susanne Klatten, Werner und Maren Otto - um nur die spendabelsten zu nennen.)

Mir fehlen auch die Literaten, z.B. Emil Zola, Günther Grass (dessen Einfluss auf Willi Brandt zur Einführung der Künstlersozialkasse führte) und Heinrich Böll, Zwerenz, Biermann u.a.

Darüberhinaus finde ich das Beschränken auf die Massenmedien schade. Das Medium Buch gehört für mich eindeutig dazu. Und dann sind Namen zu nennen, z.B. Bertha von Suttner, Carl von Ossiezki,
Solschenizyn, Kopelew u.a.

Ich hoffe, dass sich Bastian Timm auch der anderen Celebrities annimmt und ihnen den 2. Band widmet und dabei auch einen historischen Rückblick im Auge behält. (Der ihn dann vermutlich u.a. auch zu den Herren Savanerola, Jan Huss, Martin Luther, Zwingli und Calvin führen wird.)
7.10.09 01:02
 
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