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Ich las Bücher von Karl May

Als ich Karl May Anfang 1945 in Thalheim (Erzgeb.) als Mittel gegen den Hunger des 13 jährigen Magens entdeckte, versank ich in unbekannte Welten, die weit besser waren als was die heranrückende Rote Armee zu bieten haben würde.

Heute - im Großvateralter - wollte ich mehr finden als nur eine spannende Lektüre. Ich nahm mir deshalb erst die vielen Tausend Seiten der Bände vor, die "für die Jugend" geschrieben worden waren. Dabei fiel mir Vieles auf, das ich als Jugendlicher gar nicht bemerkt hatte, und zwar:

Die Erzählungen begannen meist mit der Beschreibung einer Landschaft, in der sich hernach Personen bewegten, die - wenn die Guten - genauer angeschaut werden. Später kommen die Bösen hinzu, denen weniger Raum gegeben wird.
Dass beide Gruppen aufeinander prallen muss zwangsläufig geschehen. Bis am Höhepunkt die Guten siegen dauert es eine ganze Weile, denn der Autor erfindet immer wieder neue Nebenlinien des Geschehens.

Viele handelnde Personen sind von Adel oder ihnen wird der "Adel des Geistes" zugestanden. Das Gute lässt sich von ihren Gesichtern ablesen; das Böse allerdings ebenso, welches dann eingehend beschrieben wird. Unantastbar in diesen Geschichten sind die Herrscher, also Könige, auch wenn sie Schufte sind. Ihnen wird allenfalls mit einer Revolution gedroht. Parlamente und zugehörige Abgeordnete kommen nicht vor. Dafür allerdings Promovierte, Polizisten, Detektive, Staatsanwälte, Direktoren und andere Bürgerliche.

Nach der Lektüre einiger Bände las ich eine Zusammenfassung der Lebensdaten von Karl May und staunte - bewunderte aber auch diesen Menschen. Denn er wurde zwar zum Grundschullehrer ausgebildet, glitt dann aber in die Kriminalität ab, wurde zu Gefängnis verurteilt und saß dort mehrere Jahre ab. Ich hatte den Eindruck, ihm gelang es, die sog. kriminelle Energie in eine schriftstellerische umzuwandeln. Was ihn trieb, ließ er die Figuren seiner Erzählungen erleben, mit denen er Eins wurde. Das ging soweit, dass er behauptete, als Old Shatterhand oder Kara ben Nemsi Effendi das Erzählte wirklich erlebt zu haben. Den dazu erforderlichen Henrystutzen und den Bärentöter fertigte dann ein sächsischer Büchsenmacher an.

Als ich mich an seine Reiseerzählungen machte, schaffte ich lediglich den ersten Band "Durch die Wüste". Denn Kara ben Nemsi wuchs zum sprachgewandten Superhelden heran, den ich Karl May nicht mehr abnehmen konnte.
Auf weitere Lektüre verzichtete ich (vorerst)!
29.1.17 17:22
 
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