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Reich-Ranicki ./. Thomas Gottschalk im ZDF und die Quote

Natürlich habe ich heute abend dieses "Streit-"Gespräch gesehen und mich über Thomas Gottschalk sehr gewundert. Mehrmals erwähnte er "die Quote" als Gradmesser für die Zuschauergunst.

Dabei ist "die Quote" nur die Rechtfertigung für die Höhe der Summe in Euro oder Dollar pro Werbesekunde bzw. Werbespot in Längen von 15, 20 oder 30 Sekunden etc.
Für kommerzielle Sender ist daher "die Quote" einer jeden Sendung bares Geld wert. Sie variiert insofern, als daß Werbespots gleicher Länge im Laufe des Tages und der Nacht unterschiedlich viel kosten.

Die Firma GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) in Nürnberg stellt "die Quote" fest. Sie hat an statistisch relevante Haushalte Geräte vergeben, die aufzeichnen, ob der Fernsehempfänger bei welchem Programm eingeschaltet ist. Die Daten werden täglich an die GfK übermittelt und ausgewertet und von ihr bekannt gemacht.
Nicht aufgezeichnet wird, ob vor dem Empfänger auch tatsächlich ein Zuschauer sitzt. All die vielen Leute, die TV oder auch Radio als Geräuschkulisse einsetzen, wie z.B. die Hintergrundmusik in Gaststätten oder Kaufhäusern, werden dabei als Zuschauer gewertet und gehen in "die Quote" ein.

Kommerzielle Sender addieren "die Quoten" all ihrer Sendungen und bilden für sich eine Durchschnittsquote, von der dann im Vergleich mit anderen Sendern Marktanteile abgeleitet werden können.

Der "Sündenfall" von ARD und ZDF begann in dem Augenblick als die beiden ebenfalls Werbung auszustrahlen begannen. Sie mußten ja gegenüber den Werbekunden ihre Preise rechtfertigen - und das gelingt eben über "die Quote" recht gut.

Es ist eine alte Forderung der Kommerziellen, daß den Öffentlich-Rechtlichen das Ausstrahlen von Werbung untersagt werden sollte.
Ich stimme dieser Forderung deshalb zu, weil auf diese Weise den Öffentlich-Rechtlichen das Quoten-Argument entzogen wird. Denn wer keine Werbesekunden verkaufen kann, spart sich das Geld fürs Feststellen "der Quote". (Die GfK lebt ja u.a. davon.)
Darüberhinaus haben die Öffentlich-Rechtlichen ja einen gesetzlichen Programmauftrag, den sie dann ohne jeden Quotendruck ausführen können.

Der Psychologe und Statistiker Hofstetter bescheinigte schon vor 50 Jahren dem Durchschnittsdeutschen die Intelligenz von Dreizehnjährigen. Die Pisa-Ergebnisse lassen die Vermutung nicht zu, daran hätte sich inzwischen etwas verändert.
Sonst ließe sich der Erfolg von Bild, Expreß und manchem Blödelkommödianten überhaupt nicht erklären.

Anders als Reich-Ranicki denke ich, jeder Mensch darf den Anspruch auf eine Unterhaltung haben, die er versteht und gut findet. Wenn die Kommerziellen diesen Durchschnittdeutschen ihre Unterhaltung bieten und dabei noch gute Geschäfte mit "der Quote" machen können, eben weil sie Mehrheit erreichen, dann soll es mir recht sein.

Dann aber sollen die Öffentlich-Rechtlichen, die von unseren Gebühren leben, das bessere Programm machen. Durchaus unterhaltsam, sozusagen mit jüdischem Witz statt mit Kasino- oder Stammtischwitzesammlern.
18.10.08 00:40
 
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