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sunnus
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Ich las: Hans-Joachim Ramm: Mich trägt mein Glaube
Friedrich von Rabenau General und Christ im Widerstand Tagebuch einer Gestapohaft
Auf der vierten Umschlagseite heißt es: "Am Morgen des 15.4.1945 wurde dem RSHA der Tod des Häftlings Friedrich v. Rabenau gemeldet. General Rabenau gehörte zu den Systemkritikern, die den Weg von der Opposition in den Widerstand fanden. Er wirkte durch Vorträge und Schriften, in denen Rabenau die Rückbesinnung auf Bildung und den christlichen Glauben forderte. Damit geriet er in einen Gegensatz zur herrschenden Ideologie, was ihm u.a. ein Veröffentlichungsverbot eintrug. Als Chef der Heeresarchive trat er der Manipulation der Kriegsgeschichtsschreibung entgegen und diente durch seine Dienstreisen als Informant und Kontaktperson zwischen Widerstandskreisen. 1942 seines Dienstes enthoben wurde der 1943 zum Lic.theol. promovierte General und Theologe wegen seiner engen Kontakte zu Goerdeler nach dem 20.7.1944 verhaftet. Während der Gestapohaft wurde er außer im RSHA, im Lager Fürstenberg, im Gefängnis Moabit und den KZs Sachsenhausen, Buchenwald und Flossenbürg, wo man ihn ermorderte, gefangen gehalten. Seine in dieser Zeit verfassten, und nun erstmals veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen sind ein beredtes Zeugnis einer Haft im III. Reich und ebenso für eine tiefe und unerschütterliche Verwurzelung im christlichen Glauben."
Die Biographie dieses Generals unterscheidet sich schon früh von denen der späteren Generalfeldmarschalle. Doch scheint mir seine Verwurzelung eher im mittleren 19. als im 20. Jahrhundert zu liegen. Aus heutiger Sicht sind mir viele seiner Gedanken und Überzeugungen nicht nachvollziehbar. So hält er beispielsweise den Pazifisten "für einen Verräter an seiner Nation." Den Tyrannenmord (an Hitler) lehnt er als Christ ab. Dabei findet er es in Ordnung, als Artillerist für den Tod vieler feindlicher Soldaten mit verantwortlich zu sein.
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Ich las: Lutz Raphael: Imperiale Gewalt und mobilisierte Nation
Europa 1914 - 1945
Auf der vierten Umschlagseite heißt es: "Das Zeitalter der Weltkriege bildet eine tiefe Zäsur in der Geschichte Europas. Geprägt war es vom Höhepunkt imperialer Machtentfaltung und Konkurrenz auf der einen sowie einem bisher unbekannten Ausmaß nationaler Mobilisierung auf der anderen Seite. Erst in diesen Jahren entstand jenes Europa homogener Nationalstaaten, das trotz der Globalisierung des 21. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart hinein prägend wirkt. Lutz Raphael zeigt in seiner anregenden und informativen Überblicksdarstellung, wie Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Labor der Moderne wurde. Dabei schildert er die Schrecken der Epoche ebenso wie die wissenschaftlichen Durchbrüche, die gesellschaftlichen Umwälzungen und die kulturellen Experimente, die der Kontinent zwischen 1914 und 1945 erlebte. Der Autor ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Trier."
Ich habe das Buch als interessant und spannend empfunden. Der Stoff ist so umfangreich, die Argumente und Beispiele so vielfältig, daß ich den Band bestimmt noch einmal lesen werden.
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Ich las: Michael Lewis: Boomerang Europas harte Landung
Auf der vierten Umschlagseite heißt es:
"Wie wurde aus Island, einer Nation von Fischern, eine einzige Investmentbank? Wie konnten griechische Mönche ihr Land in den finanziellen Ruin treiben? Wie gelang es den Iren, sich ihr Land gegenseitig zu verkaufen, bis eine enorme Schuldenblase entstand - und platzte?
Das neue Buch des internationalen Bestseller-Autors Michael Lewis ist eine Reise durch die Welt im Finanzchaos. Lewis deckt auf, wie leicht verfügbares Geld, aberwitzige Tricks und ein erschütternder Mangel an Kontrolle die europäischen Finanzen an den Rand des Abgrunds trieben - und warum Deutschland als Zahlmeister Europas hilflos am Nasenring durch die Geldarena gezogen wird."
Lewis ist vollkommen davon überzeugt, daß Deutschland wird zahlen müssen, - oder die Eurozone bricht auseinander. Ich denke, er liegt damit richtig. Immer wieder erinnere ich mich an Umstände, die zur Reichsgründung Deutschlands 1871 führten. Da war dem König von Preußen (als dem größten Land) klar, daß er Deutscher Kaiser werden würde, daüber aber Preußen verlieren muß, weil es im Deutschen Reich aufgeht. Er wäre lieber König von Preußen geblieben, doch Bismarck drängte und drängte und drängte.
Mal sehen, ob Frau Merkel es fertig bringt, die Europäer auf einen ähnlichen Weg zu locken. Aus Deutschland wird dann Preußen und aus den Euroländern die anderen europäischen Bundesländer. Dann wären unsere Miiliarden gut angelegt.
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Ich las: Stieg Larsson: Vergebung
In der Bucherklärung heißt es: "Mit einer Kugel im Kopf wird Lisbeth Salander in die Notaufnahme eingeliefert. Sie hat den Kampf gegen Alexander Zalatschenko, Drahtzieher mafiöser Machenschaften knapp überlebt. Aber wird sie gegen den schwedischen Geheimdienst bestehen können, der alle Kräfte mobilisiert, um sie ein für alle mal mundtot zu machen? Zu groß ist die Gefahr, daß sie die Verbindung zwischen Zalatschenko und der schwedischen Regierung aufdeckt. Unterdessen arbeitet Mikael Blomkvist unter Hochdruck daran, Salanders Unschuld zu beweisen. Es fehlen nur wenige Details, und er wird das Komplott gegen Salander aufdecken. Auch als seine Ermittlungen von höchster Stelle massiv behindert werden, führt Blomkvist seine Arbeit unbeirrt fort. Er weiß genau, daß er nur diese eine Chance hat um Lisbeth Salander zu retten."
Auch der letzte Band seiner Triologie hat einen Umfang von über 800 Seiten. Es dauert also eine Weile bis zur letzten Seite. Ich fand die Story sehr spannend und vor allem logisch aufgebaut und damit einleuchtend. Interessante Leute hat der Autor zu versammeln gewußt. Schaurig-schön hat er das Ende von Lisbeths Halbbruder Niedermann geschildert. Besonders genossen habe ich den Auftritt von Dr. Teleborian vor Gericht, wo ihn die Anwältin Annika Giannini kurz und klein macht.
Ich fand, daß diese drei Bände gute Unterhaltung darstellen. Als Filmstoff reicht er vermutlich für eine 30stündige Serie im Abendprogramm.
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Ich las: Peter Wawerzinek: Das Kind das ich war
Im Klappentext heißt es: "In dieser autobiographischen Erzählung setzt sich Peter Wawerzinek mit den Landschaften, Orten und Personen seiner Kindheit auseinander, einer Kindheit, die einmal durch Heimaufenthalte und Adoption, zum anderen aber auch durch die hartnäckig-dörfliche Atmosphäre Mecklenburgs und seiner wortkargen Bewohner geprägt war. Eine Kindheit in den fünfziger und sechziger Jahren auf dem Lande, merkwürdig wenig beeinflusst von den politischen Umständen, so als ob der Eigensinn der Mecklenburger, ihre berühmte schlitzohrige Verstocktheit alle Ansinnen von Partei und Politik abprallen ließ. Peter Wawerzinek erinnert in seiner assoziationsreichen, überraschenden Sprache, in einem pointiert komponierten Bündel von Beobachtungen, Skizzen ujnd Porträts an eine Landschaft und an eine Zeit, die dörflich verschlafen erscheint, aber viele Abenteuer und menschliche Sonderbarkeiten bereithielt für einen, der genau beobachten kann."
Ich bin ein ziemlicher Schnellleser, doch bei diesem Buch merkte ich sehr rasch, daß mir das Beste dabei entging. Langsam und bedächtig lesen gelingt beim Vorlesen sehr gut. "Das Kind das ich war" ist ein schönes Vorlesebuch.
Hier nur eine kleine Probe: "Kinder des Staates, wie wir es waren, ernährten sich von Worten wie Massen, Kund und Gebung und wußten, was eine Schlüsselübergabe, eine Wanderfahne, Komplex, Bau, Ställe waren. Es lockten Ehren und Medaillen, und wer zur Woche der Waffenbrüderschaft delegiert wurde, bekam einen Eintrag ins Klassenbuch. Jedes Kind konnte sagen, was ein Mach-mit-Wettbewerb ist, was man beim Manöver "Schneeflocke" zu tun hatte, was die Armee bezwecke, was Intensivierung meint und Neuererwesern heißt. Was dagegen ein Wasserwerfer sei, war uns unbekannt. Wir hatten mit lachenden Genossen zun tun, die frohe Zukunft auf all unseren Wegen voraussagten. Unsere Lehrer reichten die Erfahrungen der Besten mit dem allseitigen Blick für das Wesentliche an uns weiter. Wir gaben uns dankbar, von Optimismus getrieben."
Auf der 4. Umschlagseite wird Peter Walther von der taz zitiert: "Jeder Schriftsteller hat einen Vorrat an schönen Sätzen. Bei Wawerzinek scheint dieser Vorrat unerschöpflich zu sein."
Das trifft zu, ich kann es bestätigen.
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